Zur Schwalbe KR51/1

Ab 1968 wurde die Schwalbe unter der Bezeichnung KR 51/1 mit überarbeitetem Motor gefertigt. Die Leistung erhöhte sich geringfügig auf 3,6 PS. Dabei verbesserte sich vor allem die Elastizität. Abgas- und Ansauganlage wurden verbessert, sodass der Geräuschpegel deutlich reduziert werden konnte. Der Luftfilter saß nun unterhalb des Lenkers und war über Schläuche und einen Luftberuhigungskasten mit dem Vergaser verbunden. Äußerlich waren die beiden Modelle kaum voneinander zu unterscheiden. Auch das Farbprogramm blieb zunächst unverändert. Im Laufe der 1970er Jahre wurden jedoch einige Veränderungen im Detail vorgenommen. Gummi- und Plasteteile sowie die Sitzbank wurden im Laufe der Jahre schwarz statt beigefarben ausgeführt. 1974 wurde der Auspuff verändert, zu erkennen an einem flach abgerundeten Endstück statt bisher spitz zulaufend. Dabei veränderte sich erneut das Klangbild der Schwalbe. Um 1972 wurde der hintere Bremsnocken nach außen verlegt, was eine bessere Nachstellbarkeit der Hinterradbremse ermöglichte. Die anfängliche Nierenform des Rückspiegels wich einem rechteckigen Spiegel. Dieser wiederum wurde 1975 durch einen schwarzen runden Spiegel abgelöst, der fortan in einer Bohrung am Kupplungsgriff befestigt wurde. Wichtig war die Umstellung des oberen Pleuellager von Bronzebuchse auf Nadellagerung, womit das nötige Gemisch von 1:33 auf 1:50 reduziert werden konnte. Die Umstellung erfolgte im Laufe des Jahres 1975 bis Mitte 1976 (im Zweifelsfall sollte ein 1:40-Gemisch getankt werden, um Motorschäden zu verhindern). Ferner wurden ab Mitte 1976 der Kupplunghebel und der Vorderradbremshebel aus Kunststoff gefertigt, was eine bessere Haltbarkeit und ein komfortableres Bedienen ermöglicht. Bei der nur noch selten ausgelieferten Variante mit Handschaltung wurden die Bedienhebel aus Metall wie auch der graue rechteckige Rückspiegel beibehalten.

Modell KR 51/1 und KR 51/1 F

Diese beiden Grundmodelle waren mit reibungsgedämpften Federbeinen ausgestattet. Typische Farbe war ein kräftiges Blau. Bis 1973 war außerdem die Farbe tundragrau im Angebot. Die Schaltung des Getriebes erfolgte beim Modell KR 51/1 F mittels Fußschaltwippe. Außerdem wurde in geringer Stückzahl weiterhin die Handschaltung mit Schaltdrehgriff am Lenker gefertigt. Ab etwa 1977 wurde die Sitzbank auch für die Grundmodelle verlängert. Insgesamt wurden von diesem Typus 375.000 Stück gebaut. Der Einzelhandelsverkaufspreis (EVP) dieser Modelle betrug in der DDR 1265 Mark.

Technische Daten

KR 51/1 KR 51/1F
Bauzeit 1968–1980 1968–1980
Motor M53/1KH M53KFR
Hubraum 49,6 cm³
Verdichtung 9,5:1
Leistung 2,7 kW (3,6 PS) / 5700 min−1
Kühlung Radialgebläse
Getriebe 3-Gang-Handschaltung 3-Gang-Fußschaltung
Rahmen Doppelrohr
Radführung vorn geschobene Langschwinge mit Federbein und Reibdämpfern
Radführung hinten Schwinge mit Federbein
Bereifung 2,75 × 16″ (alte Bez. 20 × 2,75) 2,75 × 16″ (alt 20 × 2,75)
Gewicht 80 kg 79 kg
Nutzlast 151 kg
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Stückzahl 25.000 350.000

Modell KR 51/1 S

KR51.1S Bj75 original, zu erkennen ist der fehlende Kupplungshebel

Diese von 1968 bis 1980 in einer Stückzahl von 44.600 produzierte Roller-Sonderausführung besaß als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal eine halbautomatische Fliehkraftkupplung zum Anfahren. Während des Gangwechsels wurde diese Kupplung beim Betätigen der Schaltwippe auf mechanischem Wege automatisch mit getrennt. Nach etwas Eingewöhnung spielt diese Variante vor allem im dichten Stadtverkehr Vorteile aus. In Zuverlässigkeit und Langlebigkeit steht die Halbautomatik der gewöhnlichen Ausführung in nichts nach. Ferner brachte die außenliegende Zündspule eine Erhöhung der Scheinwerferleistung auf 25 Watt mit sich. Die S-Schwalbe war außerdem mit komfortablen hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet, die (nur bei diesem Modell) verchromte Hülsen trugen. Eine neu geformte längere Sitzbank vervollständigte die gehobene Ausstattung. Die Lackierung erfolgte zunächst in Olivgrün, wobei die Lenkerschale beige lackiert wurde. 1978 wurde auf die Farbe Signalrot umgestellt. Zu erkennen gibt sich der Typ auch am Schriftzug „SchwalbeS“. Der Einzelhandelsverkaufspreis für dieses Modell betrug in der DDR 1400 Mark. Anders als erwartet wurde die Schwalbe-S kein Verkaufsschlager, sodass man sich dazu entschied, die Komfortmerkmale auch mit herkömmlicher Schaltung anzubieten. Heraus kam dabei das populäre Modell K.

Modell KR 51/1 K

KR51/1K Bj 76 Originalzustand

Bei dieser Komfort-Variante des Kleinrollers mit einer Auflage von 185.000 Stück wurden Motor und Elektrik der Grundausstattung mit den Komfortmerkmalen der S-Schwalbe zu einem beliebten Modell kombiniert. Die hydraulisch gedämpften Federbeine verbesserten Fahrkomfort und Bodenhaftung der Räder erheblich. Ferner bot die auf 625 mm verlängerte Sitzbank günstigere Voraussetzungen für den Soziusbetrieb. Ansonsten unterschied sich das K-Modell noch durch die Lackierung vom Grundtyp: Sie erfolgte in Atlasweiß mit goldfarbenem Schriftzug (ab 1978 in Saharabraun und dem gewöhnlichen silbernen Schriftzug). Der Ladenpreis (EVP) des Rollers KR 51/1 K lag bei 1350 Mark.

 

Technische Daten

KR 51/1 K
Bauzeit 1974–1980
Motor M53/1 KFR
Hubraum 49,6 cm³
Verdichtung 9,5:1
Leistung 2,7 kW (3,6 PS) / 5750 min−1
Kühlung Radialgebläse
Getriebe 3-Gang-Fußschaltung
Rahmen Doppelrohr
Radführung vorn geschobene Langschwinge mit Federbein und Hydraulikdämpfern
Radführung hinten Schwinge mit Federbein
Bereifung 2,75 × 16″ (alte Bezeichnung 20 × 2,75)
Gewicht 80 kg
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Stückzahl 185.000

Quelle: Wikipedia